Vorverurteilt

Neulich ist mir was Blödes passiert. Ich hab jemanden auf der Straße gesehen und gedacht: Der ist doof. Einfach so. Nur weil der komisch geguckt hat.

Ich schäme mich. Vielleicht kam der ja gerade von, was weiß ich, der Beerdigung seiner Hämorrhoiden und hatte nur einen Moment lang seine Gesichtszüge nicht unter Kontrolle.

Und ich habe direkt ein Vorurteil.

Aber ich kann das ja ändern. Wenn ich den Typen das nächste Mal treffe, dann werde ich ihn ansehen und mir sagen: Dieser Mann ist ein würdiger Vertreter der Spezies Mensch. Gebildet, arbeitsam, liebevoll.

Oder ist das auch ein Vorurteil? Vielleicht ist er ja nur ein würdiger Vertreter einer Staubsaugerfirma.

Wird ein Vorurteil zum Urteil, wenn’s stimmt? Und wen muss ich zu Rate ziehen, bis ich sicher sein kann, dass es stimmt? Seine Lehrer, Arbeitgeber, Geliebten, Verwandten und den Proktologen?

Nein, das ist natürlich Blödsinn. Ein Vorurteil ist ein Urteil, das ich noch zu ändern beabsichtige. Ein vor-läufiges Urteil eben. Eines, das nicht endgültig ist. Nicht so wie ein Urteil. Vor Gericht, zum Beispiel. Gut, wenn mir da ein Urteil nicht passt, dann gehe ich in die nächste Instanz; aber irgendwann ist ja Schluss damit. Sagen wir mal so: Das Bundesverfassungsgericht fällt Urteile. Die Instanzen davor haben im Zweifelsfall halt nur Vorurteile gehabt. Wobei – wenn mal wieder die Verfassung geändert wird …

Scheint ja doch irgendwie so zu sein, dass die meisten Urteile vorläufig sind.

Außer natürlich, wir haben die entsprechende Sache schon immer so gesehen. Nee, Moment. Dann übernehme ich ja ein Urteil von anderen Leuten, und das ist doch dann ein Vorurteil, oder nicht? Ok, lassen wir das lieber aus und nehmen stattdessen Gott. Wenn Gott das Urteil gefällt hat, ist es endgültig. So ein richtiges, echtes, klares, eindeutiges Urteil. Punkt. Ende. Keine Debatte mehr.

Wie urteilt Gott über Selbstmordattentate? Gut oder schlecht? – Bitte? – Er scheint sich noch nicht so ganz eindeutig drüber geäußert zu haben? Hmmm … vielleicht erwarte ich da auch ein bisschen zu viel von einer kollektiven Einbildung. Aber wenn uns nicht mal Gott weiter hilft, sind dann etwa alle Urteile vorläufig?

Alle?

Dann gibt’s ja gar keine Vorurteile.

Dann fand ich den Typen mit dem komischen Gesichtausdruck ja wirklich doof.

Gibt es so was wie unfreiwillige Arroganz?

Muss es wohl. Denn wenn alle unsere Urteile vorläufig sind (und wie könnten sie was anderes sein, mit dem beschränkten Denk- und Wahrnehmungsapparat, auf den wir angewiesen sind) – dann ist es ziemlich anmaßend, über irgendetwas zu urteilen. Wie ungerecht, wenn der Typ mich für beknackt halten würde, nur weil ich gestern den ganzen Tag Superman geguckt habe und heute versehentlich die Unterhose über der Jeans trage.

Ungerecht, unvermeidlich, aber nicht unabänderlich.

Hoffentlich.

Instrument of War

What do you think an artist is? An imbecile who has only eyes, if he is a painter, or ears if he is a musician, or a lyre in every chamber of his heart if he is a poet, or even, if he is a boxer, just his muscles? Far from it: at the same time he is also a political being, constantly aware of the heartbreaking, passionate or delightful things that happen in the world, shaping himself completely in their image. How could it be possible to feel no interest in other people, and with a cool indifference to detach yourself from the very life which they bring to you so abundantly? No, painting is not done to decorate apartments. It is an instrument of war.

Pablo Picasso

Klecks

I’d hate to tell you what happens to very small armies that have Right on their side.

Terry Pratchett

heureka atomos

Ich habe das kleinste Teilchen gefunden! Ohne Physikdiplom oder Teilchenbeschleuniger! Na gut, statt eines Teilchens habe ich einen Keks verwendet (einen Butterkeks, falls jemand das Experiment wiederholen möchte).

Meine Entdeckung: Wenn ich einen Kekskrümel zerteile, entstehen nicht zwei halbe, sondern zwei ganze Krümel. Krümel sind unteilbar!

Krümel

(ähem … jag tackar det Kungliga Vetenskapsakademien …)

Selachicocolores

Ich frage mich … sind eigentlich insgesamt mehr Leute von Weißen Haien oder von herunterfallenden Kokosnüssen getötet worden?

Selachicocolores

Die Gefahren der Wildnis werden oft verkannt oder falsch eingeschätzt. Eine kürzlich bekannt gewordene Statistik des Instituts für vergleichende Selachicocologie an der Universität Fakaofo weist erschreckend deutlich nach, wie sehr die gemeine Kokospalme in ihrer Gefährlichkeit für den Menschen unterschätzt wird. Bei einer Untersuchung aller Todesfälle durch Weiße Haie und herabfallende Kokosnüsse weltweit seit 1758 stellten die Forscher fest, dass 79% der Verstorbenen Schlägen mit stumpfen Gegenständen zum Opfer gefallen sind. Ob es sich dabei ausschließlich um Kokosnüsse handele oder ob ein Anteil davon auf Surfbretter, Sonnenschirme und Liegestühle entfalle, sei allerdings nicht in allen Fällen eindeutig nachzuweisen. (dödelpress)